Konzert: Autour de Lili Boulanger

Datum: 13. Juni 2026 um 19 Uhr

Ort: Bürgerhaus „Seepark“ Freiburg

Aufführende: Deutsch-Französischer Chor Freiburg

Leitung: Moritz Herzog

Mit dem Programm „Autour de Lili Boulanger“ („Rund um Lili Boulanger“) widmet sich der DFC Freiburg einer außergewöhnlichen Komponistin, die trotz ihres frühen Todes im Jahr 1918 ein eindrucksvolles Werk hinterließ. Lili Boulanger (1893–1918) war die erste Frau, die den Prix de Rome für Komposition erhielt, und galt schon zu Lebzeiten als Ausnahmetalent. Ihre Musik verbindet die impressionistische Klangsprache mit einer persönlichen, oft von Krankheit und spiritueller Suche geprägten Ausdruckskraft.

Das Konzert zeichnet ihren künstlerischen Weg in drei Abschnitten nach: von den musikalischen Einflüßen ihrer Familie über die Entwicklung ihrer eigenen Tonsprache bis hin zu den späten, religiös geprägten Werken. Ergänzend erklingen Ausschnitte aus ihrem monumentalen Liederzyklus Clairières dans le ciel („Himmelslichtungen“) für Sopran und Klavier. Zwischen den Programmteilen wird von ihrer bewegenden Biographie erzählt.

Im ersten Teil, „Herkunft und Inspiration“, stehen Werke von Charles Gounod und Gabriel Fauré. Gounods L’Absent in der Bearbeitung von Denis Rouger erinnert an das musikalische Umfeld, in dem Lili aufwuchs: Ihr Vater, Ernest Boulanger, war Gounods Schüler. Faurés Cantique de Jean Racine führt diese Tradition fort – Musik, die Eleganz und religiöse Empfindung verbindet.

Der zweite Teil, „Lilis Welt“, rückt ihre eigene Stimme in den Mittelpunkt. In Sous Bois und La Source zeigt sich ihre Vorliebe für Naturbilder, feine Klangfarben und poetische Stimmungen. Beide Stücke spiegeln eine empfindsame Wahrnehmung der Welt, wie sie typisch für den Impressionismus ist. Mit Claude Debussys Nuit d’étoiles (ebenfalls in einer Bearbeitung von Denis Rouger) wird Lilis Werk in den Kontext ihrer Zeit gestellt.

Der letzte Teil, „Transzendenz und Vermächtnis“, zeigt Lili Boulanger auf dem Höhepunkt ihrer Reife. In der Vieille prière bouddhique verbindet sie westliche Harmonik mit östlicher Spiritualität. Der Psaume 129 "Ils m'ont assez opprimé dès ma jeunesse" ("Sie haben mich unterdrückt, seit ich jung war“) ist von großer emotionaler und klanglicher Dichte – ein Ausdruck von Glaubenskraft und innerer (autobiographischer) Spannung. Den Abschluss bildet das Lux Aeterna ihrer Schwester Nadia Boulanger, gewissermaßen als Abgesang auf die viel zu früh verstorbene jüngere Schwester.

„Autour de Lili Boulanger“ versteht sich als musikalisches Porträt einer Komponistin im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Es lässt nicht nur ihre eigene Stimme erklingen, sondern schafft einen Klangraum, der das künstlerische Umfeld der Boulangers hörbar macht und Lilis Musik in ihrem biographischen und ästhetischen Zusammenhang erfahrbar werden lässt.